Allgemeine Gestaltungs-Grundlagen
Weitere Eigenschaften, die für die Gestaltung wichtig sind
Vorüberlegungen:
Die Hauptmotivation bei der Gartengestaltung wird immer der Wunsch sein "etwas Schönes zu schaffen". Um dies zu erreichen, gilt es einige grundlegenden Gestaltungs-Regeln zu berücksichtigen. Darüber hinaus sollten einige weitere Eigenschaften der Pflanzen berücksichtigt werden, damit auch noch nach Jahren die Freude an den Pflanzen größer ist als der Aufwand an Kosten und Zeit.
Allgemeine Gestaltungs-Grundlagen:
Es gibt allgemeingültige Gestaltungsregeln, die nicht nur -aber auch- in der Gartengestaltung gelten:
Diese besagen, daß das menschliche Auge sich sowohl nach einer gewissen optischen Ordnung, als auch nach Kontrast durch Farbe und Struktur sehnt.
Die Kunst besteht darin, ein einheitliches harmonisches Gesamtbild zu erzeugen, in dem Gebäude und Pflanzen in einer bestimmten Beziehung stehen.
Der Eindruck soll zwar ruhig aber nicht langweilig sein.
Ebenso wie in der Musik, spielt auch in der Gestaltung die Rhythmische Wiederholung bestimmter Elemente (in unserem Fall: Pflanzen) eine große Rolle.
Je nach dem welche Wirkung erzeugt werden soll, kann sowohl die Regel des goldenen Schnittes berücksichtig, als auch mit Absicht dagegen verstoßen werden.
Welche Gestaltungs-Elemente stellen uns die Pflanzen (und hier sei der Schwerpunkt auf Gehölze gelegt) nun zur Verfügung?
Farbe:
Hier gilt die Regel:
Farblicher Kontrast ja, aber auch gleichzeitig Beschränkung auf bestimmte Farben und Verwendung harmonisch abgestufter Farbtöne
Farben lösen bestimmte Empfindungen aus. Die entsprechenden Effekte kann man sowohl mit Blütenfarben, als auch mit Blattfaben erreichen.
Farbkreise sind auch in der Gartengestaltung eine große Hilfe.
Farben, die auf dem Farbkreis gegenüber liegen sind s.g. Komplementär-Farben, die einen starken Kontrast bieten. Z.B. Ultramarin und Goldgelb oder Rot und Grün.
Letzteres läßt sich leicht durch grünes und rotes Laub erzeugen.
Farben haben ein unterschiedliches Gewicht, je gewichtiger eine Farbe ist, desto mehr Fernwirkung hat sie und desto sparsamer sollte sie verwendet werden, um andere Farben nicht zu unterdrücken (außer dieser Effekt ist erwünscht)
Nach ihrer Gewichtigkeit sortiert nimmt die Fernweirkung von Gelb über Orange, Rot, Grün, Blau, Violett ab. D.h. die Leuchtkraft von gelben Farbtönen kann schnell zu stark werden.
Der Kontrast von hellen und dunklen Farbtönen läßt sich besonders schön durch hell- und durnkelgrüne Laub bzw. Nadelgehölze nachempfinden.
Weiße Blüten bzw. silbrige oder hell panaschierte Blätter haben eine wichtige Funktion:
Sie stehen harmonisch zwischen anderen Farbtönen und können zwischen diesen vermitteln. Außerdem können damit düstere Schattenbereiche angenehm aufgehellt werden.
Rot, Orange und dunkles Gelb wird als besonders "warm" und "heiter" empfunden.
Blaue Farbtöne wirken kühler, aber gleichzeitig erfrischend und in Verbindung mit reinem Weiß auch sehr edel.
Kombinationen aus weißen und rosafarbenen Blüten mit silbirgem Laub wirken "romantisch".
Wuchsformen
Neben der Farbe spielt natürlich die Form der Pflanzen eine große Rolle. Man unterscheidet Kontur, Struktur und Textur. Zur besseren Verdeutlichung hier eine Skizze:
Die Kontur
Sie gibt den Umriß einer Pflanze wieder. Das spielt vor allem bei Gehölzen mit sehr dichter Verästelung eine große Rolle.
![]() | Man spricht von offener Kontur, wenn der Umriß weniger regelmäßig ist, also z.B. bei Nadelgewächsen mit etagenförmigem Wuchs |
![]() | Man spricht von geschlossener Kontur, wenn der Umriß eine sehr gleichmäßige Form ergibt, wie z.B. Kugelform oder Kastenform (letzteres durch Schnitt erzeugt. |
Die Textur:
Das ist die Oberflächenbeschaffenheit einer Pflanze, die sehr fein sein kann wenn viele kleine Blätter sich zu einem einheitlichen Ganzen zusammensetzen. Diese feine Textur (z.B. eine geschnittene Hecke) erzeugt einen gleichförmigen und damit ehr ruhigen Eindruck.
Sehr lockerer Pflanzen haben eine grobe Textur.
Die Oberfläche setzt sich aus einer Vielzahl von Einzelteilen zusammen. Sind diese Einzelteile (Blätter) kleiner, dann wirkt die entsprechende Pflanze weiter weg, als eine Pflanze mit großen Blättern.
Struktur:
Im Gegensatz zum Umriß steht die Struktur einer Pflanze, die dadurch geprägt ist, wie grob oder filigran Äste und Zweige zusammengesetzt sind.
Die Struktur von Gehölzen ist deshalb wichtig, weil sie auch nach dem Laubwurf noch eine gestalterische Wirkung hat. Pflanzen, die durch eine ordnende, lineare Struktur auffallen, geben Bepflanzungen ein Gerüst.
Durch wiederholte Anordnung ähnlicher Strukturen und Konturen entsteht ein Gestaltungs-Rhythmus.
Wuchsformen der Bäume:
Wuchsformen der Bäume:
| eiformig | |
| verkehrt eiförmig | ![]() |
| kegelförmig | ![]() |
| kugelförmig | ![]() |
| schirmförmig | ![]() |
| säulenförmig | ![]() |
| trauerförmiger Wuchs | ![]() |
Wuchsformen der Sträucher
- Bodendecker
- Kleinsträucher bis ca 80 cm
- Sträucher bis etwa 2 m
- Großsträucher 2 m bis ca. 5 m
- kahlfüßige Sträucher (Unterbepflanzung möglich)
- Sträucher mit Bodenschluß (Unterpflanzung nicht möglich)
Wuchsformen der Kletterpflanzen:
- Selbstklimmer:
klettern mit Haftwurzeln auch an glatten Wänden empor und benötigen deshalb keine Rank-Hilfen. (z.B. Efeu) - Schlinger:
besitzen Schlingorgane mit denen sie an Kletterhilfen (Drähten oder dünnem Holz) empor wachsen. (z.B. Clematis)
Der Fuß dieser Pflanzen verkahlt meist weshalb eine Unterbepflanzung sinnvoll ist. - Spreizklimmer:
bilden lange Triebe oder Ranken (z.B. Brombeere) mit deren Hilfe sie sich an anderen Pflanzen oder (stabilen) Kletterhilfen anlehnen.
Weitere extreme Wuchsformen (Pyramiden, Kasten, Kugeln können durch arbeitsintenisven Formschnitt erzeugt werden.
Weitere Eigenschaften, die für die Gestaltung wichtig sind:
Farbe und Form (Kontur, Struktur, Textur) sind also die wesentlichen Gestaltungselemente, die es bei den Gehölzen zu berücksichtigen gibt.
In erster Linie denkt man dabei an Blütenfarben und an die Umrißform der Pflanzen.
Darüberhinaus sind zu beachten:
- Blattform und -farbe
- Auffällige Rindenfarben
- Auffällige Früchte
Dabei ist auch die zeitliche Dynamik im Jahresablauf zu beachten. Dies betrifft besonders Laubgehölze, deren Austrieb meist wesentlich heller ist als im Hochsommer, um dann im Herbst eine arttypische bunte Färbung einzunehmen.
Im Winter steht dagegen die Struktur und Kontur besonders im Vordergrund.
Weitere Pflanzen-Eigenschaften, die eine Rolle spielen:
Farbe und Form sprechen den optischen Sinn an. Darüber hinaus gibt es aber noch viel mehr Dinge, mit denen Gehölze uns erfreuen können und die demnach auch bei der Garten-Gestaltung berücksichtig werden sollten:
Positive Eigenschaften von Gehölzen
- Duft: Manche Blüten oder Blätter verströmen einen Duft
- Eßbare Früchte
- Geräusche: Direkte Geräusche durch Wind-Säuseln in den Blättern
Indirekt durch die Pflanzen verursachte Geräusche: Vögelzwitschern oder Insektensummen
Dämpfung von unangenehmen Geräuschen (Lärmschutz) durch dichte Schutzbepflanzung - Schutz vor Immissionen und Erhöhung des Luftsauerstoffs und der Luftfeuchtigkeit
- Schattenspendende Wirkung
- ökologische Wirkung (Schutz und Nahrung für zahlreiche heimische Tiere)
- Pflanzen geben ein Gefühl der Geborgenheit, sie sind Windschutz, Sichtschutz, Dornensträucher halten Eindringlinge fern
- Pflanzen schaffen Befriedigung, wenn sie besondere Zuwendung durch gesundes Wachstum danken
- Nutzhölzer bringen zusätzlichen Gewinn als Brennholz, Möbelholz ect.
- Pflanzen können instabiles Gelände befestigen (Ufer, Hänge)
Negative Eigenschaften von Gehölzen
- Giftwirkung (Gifitge Pflanzen meiden, wenn Kleinkinder da sind, größere Kinder aufklären!). Für Allergiker können die Pollen bestimmter Arten unangenehme Wirkungen haben
- Laub und Früchte können Dreck machen oder gar Schaden verursachen (z.B. auf Autos fallende Kastanienfrüchte)
- Dornen bringen eine gewisse Verletzungsgefahr mit sich
- Zu große und zu dicht stehende Gehölze verbreiten eine düstere Stimmung
- Aggressive Wurzeln unterdrücken anderes Pflanzenwachstum oder verursachen gar Schaden an Bauwerken
- Pflanzen können anderes Pflanzenaufkommen verhindern durch Konkurrenz an Licht, Wasser und Nahrungsmitteln
- Pflanzen können lästig werden und viel Arbeit und Kosten verursachen, z.B.
Bäume, die für den gewählten Platz schnell zu groß werden,
wuchernde Pflanzen,
Pflanzen, die (am falschen Standort) krankheitsanfällig sind - Falsch gesetzte Pflanzen sind häufig Ursache für Nachbarschaftsstreit oder
verstoßen gegen amtliche Auflagen
Haben wir etwas vergessen? Dann mailen Sie uns bitte an info(at)e-plant.de







